Naturheilkunde

Die Naturheilkunde ist eine von Ärzten und Nichtärzten betriebene Heilkunde, die natürliche Reize nutzt, um die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren und zu verstärken. Sie ist eine Art der Medizin, bei der Krankheiten nur mit natürlichen Mitteln behandelt werden.

Die Naturheilkunde besteht aus einer Vielfalt an Maßnahmen und Therapien, die, obwohl sie unterschiedlich sind, dasselbe Ziel haben: Sie aktivieren und stärken die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Die Naturheilkunde belebt diese Kräfte, die eine echte Heilung herbeiführen und das gesunde Gleichgewicht im Menschen wieder herstellen können. Die verschiedenen Behandlungsarten können dem Körper die nötigen Impulse zur Wiedererreichung seiner inneren Ordnung geben.

Charakteristisch für die Naturheilkunde ist die ganzheitliche Betrachtung des Menschen. Der Patient soll nicht nur aufgrund bestimmter “objektivierender“ Messparameter wie z. B. Blutwerte behandelt, sondern als Person in allen Lebensbereichen- und Situationen beachtet werden. Sogenannte Wechselbeziehungen, wie die im Folgenden genannten Faktoren, werden aus naturheilkundlicher Sicht immer mitberücksichtigt:

  • Lebensstilfaktoren
  • Psycho-physische Interaktionen
  • Soziales Milieu
  • Umweltfaktoren

Naturheilverfahren als Teil der Gesamtmedizin verwenden ganzheitliche, diagnostische und therapeutische Methoden in Prävention, Therapie und Rehabilitation.

Sie basieren auf der klassischen, hippokratischen Medizin, die eine Motivierung des Patienten zu Mitarbeit an seiner Lebensgestaltung fordert.

Insbesondere die Erfahrung des Heilers, sowie die ganzheitliche Sicht von Therapeut und Patient spielen bei den Naturheilverfahren eine wichtige Rolle. Die individualisierende Heilpraxis steht im Vordergrund.

Als „Klassische Naturheilverfahren“ werden die Therapien der Naturheilkunde bezeichnet, die über eine lange Tradition verfügen und echte Naturfaktoren einsetzen, mit dem Ziel einer Anregung und Unterstützung der dem Organismus eigenen Ordnungs- und Heilkräfte.

Echte Naturfaktoren sind z. B. Wärme, Kälte, Wasser und Heilpflanzen, aber auch Bewegung und mechanische Kraft. Zu ihnen zählen die Ernährungstherapie, die Hydrotherapie, die Lichttherapie, die Phytotherapie, die Thermotherapie und die physikalischen Therapien. Auch die Elektrotherapie rechnet man zu ihnen.

Unter den Begriff „erweiterte Naturheilverfahren“ fallen die Methoden, die Heilungsprozesse in Gang setzen können, wie z. B. Eigenblutbehandlung, die Neuraltherapie, sowie die Homöopathie.